Stabiler Umsatz

 

Claas konnte seinen Umsatz im aktuellen Geschäftsjahr mit gut 3,8 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres halten. Ebenso das Ergebnis vor Steuern (158 Mio. € gegenüber 155 Mio. € im Vorjahr). Dass man damit in Harsewinkel mehr als zufrieden ist, ist verständlich. Denn in der Landtechnikbranche sind derzeit positive Meldungen eher die Ausnahme. Mit Umsatzrückgängen von zum Teil mehr als 20% und noch höheren Gewinneinbrüchen haben die meisten Hersteller weitestgehend Negativschlagzeilen zu verbreiten. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir der aktuellen Marktschwäche mit unserer internationalen Aufstellung und dem breiten Produktprogramm erfolgreich trotzen konnten. Das zweistellige Umsatzwachstum außerhalb Europas hat dabei für positive Impulse gesorgt“, sagte Lothar Kriszun, Sprecher der Claas Konzernleitung. Die Gründe für das positive Abschneiden seien gute Verkäufe insbesondere in Nordamerika und Asien, und beim Ergebnis das Kostensenkungsprogramm „Fit for Growth“, mit dessen Hilfe die Verwaltungs- und Vertriebskosten deutlich gesenkt werden konnten.

Große Hoffnungen setzt man als „vaterländischer Hersteller“ auf Russland. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Vertreter des Unternehmens und der Russischen Föderation kürzlich unterschrieben. Dadurch winken indirekt Subventionen auf dem wachsenden Markt in Eurasien. Denn der russische Staat unterstützt Bauern beim Kauf von Traktoren und Mähdreschern mit einem stattlichen Zuschuss von 25% des Kaufpreises – wenn die Maschinen von russischen Herstellern kommen. Claas hätte damit gegenüber der Konkurrenz deutliche Kostenvorteile, die allerdings auch notwendig sind, um das neue Werk im südrussischen Kranodar dauerhaft auszulasten. Das ist aber Zukunftsmusik, denn noch gibt es keine genaue Zeitangabe, wann Claas als „vaterländischer Hersteller“ anerkannt wird.

Für das Geschäftsjahr 2016 rechnet Claas nochmals mit einem rückläufigen Weltmarkt. Die Luft wird dünner. Das ehrgeizige Ziel lautet trotzdem: Ein Umsatz auf Vorjahresniveau sowie ein stabiles Ergebnis vor Steuern.