N-Sensoren: Auch eine Frage des Preises

 

Die Verfügbarkeit von Satellitenbildern übt offenbar enormen Druck auf die Hersteller von N-Sensoren aus. Sowohl AgriCon als auch Fritzmeier bieten neue Systeme an. Bei beiden ist das erste Argument der Preis.  Bisher 25.000 € für ein aktives Sensorsystem wollten erst einmal zurückverdient werden. Versuche zeigen seit Jahren sehr unterschiedliche Ergebnisse. Und eine zunehmende Vorsommertrockenheit verunsichert zumindest die Ertragswirkung einer sensorgestützten N-Düngung.  Auch deshalb suchen die Anbieter nach Möglichkeiten, das Anwendungsspektrum ihrer Systeme zu erweitern.

Fritzmeier: Passives System. Nur für den Einsatz bei Tageslicht eignet sich der „Isaria Basic“. Anders als beim bekannten Auslegersystem sind zwei Sensoren seitlich an der Schlepperkabine (z.B. an den Rückspiegeln) montiert, welche Dichte und Nährstoffzustand des Bestandes messen. Ein Referenzsensor auf dem Dach erfasst den tatsächlichen Lichteinfall.  Wie beim bekannten Isaria kann automatisch kalibriert werden. Nur das „Verschneiden“ von Sensordaten z.B. mit Ertragskarten („mapping overlay“) funktioniert nicht. Das Ganze soll rund 12.000 € kosten.

AgriCon: Neue Details und niedrigerer Preis. Eine kompaktere Bauweise erleichtert die Montage des N-Sensors auf dem Kabinendach. Außerdem können die Sensoren auch einzeln z.B. an einem Gestänge angebracht werden. Bis zu acht Messköpfe sind möglich, um den Messbereich zu erweitern. Eine integrierte Tauerkennung macht es möglich, den aktiven Sensor nicht nur rund um die Uhr, sondern auch von der Witterung unabhängig einzusetzen. 6000 € weniger als das Vorgängermodell soll der neue Sensor kosten.

Neue Anwendungsmöglichkeiten.  Bei Fritzmeier konnten wir zwei Projekte sehen, die die hohen Anschaffungskosten des Isaria-Sensors vielleicht relativieren helfen.

Der Sensor erkennt auch Lücken in einer Grasnarbe. So lässt sich bei einer Grünlandnachsaat auf Fehlstellen automatisch die Saatgutmenge nachregulieren. Der Fahrer eines Lohnunternehmers wäre damit wohl schnell stark belastet.

Vielleicht noch interessanter, weil im Zentrum der aktuellen Umweltdiskussion ist die Idee, den Isaria auch für die bedarfsorientierte Düngung mit Gülle zu nutzen. Möglich wird das im Zusammenwirken mit dem NIRS-Sensor von Zunhammer, der Stickstoff, Kalium und den TS-Gehalt der Gülle bereits beim Befüllen misst. Der Tankwagen kann nun die ausgebrachte N-Menge auf die mit dem Sensor gemessenen Pflanzenbedarf ausrichten. Vorausgesetzt natürlich, die Gülle soll nicht einfach nur entsorgt werden. Düngekarten, auch in Kombination mit Ertragskarten oder Bodenkarten, können wie bei der Mineraldüngung auch dokumentiert werden. Was allerdings noch fehlt, ist die Anerkennung des Güllesensors zur Dokumentation nach der Düngeverordnung.