Mehr hacken, weniger Chemie

 

Horsch. Wie der Ackerbau unter den Vorzeichen der letzten 20 Jahre funktioniert, wissen wir. Aber wie gelingt es uns, in Zeiten zunehmender auflagen und nachlassender „Reparaturmöglichkeiten“ die Erträge überhaupt zu halten? Solche Fragen treiben derzeit auch die Firma Horsch um und veranlassen sie zu einem Angebot von Agritechnica-Neuheiten, das diesmal einen besonderen Akzent setzt. 

Seine „cash cows“ vernachlässigt das Unternehmen gleichwohl nicht. Angesichts deutlicher Umsatzschwerpunkte in Osteuropa und den Amerikas wäre das fahrlässig. So will Horsch die Einzelkornsaat-Aktivitäten für Getreide auf alle Früchte „ausrollen“, section control inklusive. Im Test ist ein automatisches Regelsystem für Schardruck und Sätiefe. Bei der Einzelkornsaat gibt es das über alle Baureihen, ebenso Hilfsmittel wie „countour farming“ und „section control“. Die Maestro-Familie der Einzelkornsämaschinen  ist überarbeitet worden, die der Kreiseleggen wird komplettiert.  Für den Pflanzenschutz gibt es unter dem Stichwort „Präzision“ ein pulsweitenmoduliertes Düsensystem sowie Durchflusskontrolle und Spritzkegelüberwachung. Die gezogenen Spritzen werden nach oben und unten abgerundet; komplett neu ist ein Selbstfahrer.

Das größte Interesse wird diesmal jedoch mutmaßlich das neue Angebot für die von Horsch so genannte „Hybridlandwirtschaft“ finden. Horsch hat kein Unternehmen aus den Biobereich übernommen – nach eigener Angabe ein Vorteil, weil man ganz neu für die Ansprüche auch einer großflächigen Landwirtschaft konstruieren und die Geräte auf die schon vorhandenen abstimmen konnte.  Dabei ist – entgegen von Erwartungen, die zwischenzeitlich diskutiert wurden – kein vollständig neues und nur für wenige Landwirte nutzbares System herausgekommen, sondern im Prinzip bekannte Technik. Vier neue Namen kommen ins Spiel: Cultro, Cura, Transformer und Finer.

Cultro steht für eine Doppelmesserwalze zum Zerkleinern von Stoppeln oder Zwischenfrüchten. Sie schneidet überkreuz; ihre Messer stützen sich aus Stabilitätsgründen direkt auf der Welle ab. Zunächst sollen Varianten mit 3 m im Frontanbau und 12 m gezogen verfügbar sein. Die Kombination mit Schwerstriegel oder Packer ist möglich.

Cura ist ein Striegel mit 6 bis 15 m Arbeitsbreite. Der Zinkendruck lässt sich zwischen 0,5 und 5 kg variieren. Der Rahmen macht einen ziemlich stabilen Eindruck.

Hinter dem Transformer verbirgt sich zunächst ein in die Maschine integrierter Seitenverschieberahmen, an den (über innenliegende Klemmprofile) verschiedene Hackgeräte an- und auch Sämaschinen aufgebaut werden können. Reihenabstände von 25 bis 90 cm sind möglich, ebenso die Kombination mit unterschiedlichen Kamerasystemen.

Sollte demnächst das Glyphosat wegfallen, wird sich mancher Betrieb den Finer ansehen. Es ist eine Zinkenmaschine für die ganzflächig schneidende Bodenbearbeitung. Ein variabler  Anstellwinkel der Zinken soll einen immer flachen und bodenparallelen Schnitt gewährleisten.  Arbeitsbreiten von 6 bis 12 m sind verfügbar. Ein zweireihiger Striegel ebnet ein und zieht die Unkrautwurzeln an die Oberfläche.