Ein Jahr eigener Vertrieb

 

Secobra. Bekannt ist die Wintergerste Quadriga, aber wer kennt ihren Züchter? Secobra ist noch kein sehr geläufiger Name in der deutschen Züchterlandschaft. Die französische  „geschlossene Aktiengesellschaft“ im Besitz vor allem von  Handelsgesellschaften, Mälzereien und Brauereien hat erst vor einem Jahr eigene Vertriebsaktivitäten in Deutschland aufgenommen. Ihre beiden hiesigen Zuchtstationen in Lemgo (NRW) und Feldkirchen (Bayern) waren bis zur Übernahme durch Secobra die Standorte der Getreidezucht von Dippe bzw. der Saatzucht Schweiger. 

Mit knapp 3500 ha Vermehrungsfläche von Winterweizen und rund 2100 ha von Wintergerste gehört Secobra nicht zu den großen Anbietern. Geschäftsführer Gerhard Müller ist aber überzeugt, dass sich das ändern wird: Der frühe Winterweizen Campesino verfüge über die „beste“ Kombination von Ertrag, Reife und Gesundheit. Unter den A-Weizen punkte Asory mit Ertragsstärke, Gesundheit und Backvolumen.  Als Ziel gibt Müller für 2020 eine Vermehrungsfläche von 10000 ha aus – das wären rund 10% des Marktes. Klar ist dabei nur: Die Anforderungen hinsichtlich Ertrag bleiben, die an Resistenzen steigen, die an die Backeigenschaften verändern sich auch durch die neuen Einstufungen des Bundessortenamtes bzw. die Vorgaben der Düngeverordnung. Wobei im Export nach wie vor der Eiweißgehalt die entscheidende Rolle spielt. Bei der Gerste hat Secobra vor allem die Virusresistenz im Blick.