Alles außer Großmaschinen

 

Kuhn. Wenn man in der Landtechnik von „Mittelstand“ redet, kann der in den letzten Jahren ziemlich groß geworden sein. So wie die Firma Kuhn,  die wie so viele andere in der Landtechnik aus einer Dorfschmiede hervorgegangen war, zu einer Holding gehört, aber im Grundsatz wie ein mittelständisches Unternehmen geführt wird. Deren Wachstum in Zahlen: Im Jahr 2000 produzierte Kuhn mit 2000 Mitarbeitern in vier Fabriken für 60 Länder. Heute sind es 5300 Mitarbeiter, elf Werke und Kunden in 100 Ländern. Der Umsatz hatte 2018 die Milliardengrenze überschritten. Zuletzt wurde mit Artec ein französischer Hersteller selbstfahrender Spritzen übernommen. Kuhn nimmt heute für sich in Anspruch, die größte Produktvielfalt in der Landtechnik-Industrie zu bieten. Wobei zum in der Branche so oft beschworenen Fullliner eine Menge fehlt: Traktoren, Mähdrescher, Häcksler und Telekoplader. Aber auch so ist das Geschäft anspruchsvoll genug: Die Maschinen seien, so Jean-Christophe Haas von Kuhn, während der letzten zehn Jahre 30% größer geworden und trügen 50% mehr Komponenten, vor allem Elektronik und Hydraulik. Das zeigt sich auch im Werk Monswiller bei Saverne, dessen Größe gerade verdoppelt wird. 

30 neue Produkte will man 2019 vorstellen, wobei „neu“ immer ziemlich relativ ist. Zentral sind auch bei Kuhn die digitalen Entwicklungen, zum Beispiel die Webseite „MyKuhn“ mit Angeboten, Events, Expertenwissen, technischer Unterstützung und einem einfschen Einstieg ins Precision Farming. Oder die Datenübertragung vom Gerät ins Büro über den agrirouter.  Für die Pflanzenschutzspritzen bietet Kuhn die Möglichkeit, zwischen 5 und 25 km/h mit der gleichen Düse und identischem Tropfenspektrum zu fahren. Noch in den Kinderschuhen dagegen steckt eine automatische Unkrauterkennung, die bis zu 50% Pflanzenschutzmittel einsparen soll.

Wichtiger fürs Geschäft sind allerdings nach wie vor Stahl und Eisen. So die vier neuen Modelle von Großpackenpressen (SB) mit einer Kanalbreite von 1,70 m. In der iD-Version kann sie mit einen Doppel-Presskolben ohne hohe Lastspitzen 15% dichtere Ballen produzieren, was beim Transport richtig Geld bringt. Solche Strohdichten erzeugt auch die neue Rundballenpresse VB  7100. Beim Mähen bringt eine Weiterentwicklung des Scheibenmähbalkens mehr Scheibenüberlappung, geringeren Neigungswinkel und neue Mähscheiben mit. In der Bodenbearbeitung bieten 9 und 12 m breite Kurzscheibeneggen eine optimale Bodenanpassung, was mit einer Fülle von Hydraulikschläuchen verbunden ist.