Ist Biomilch bald günstiger als konventionelle?

Zuletzt sind die Preise für konventionelle Milch schneller gestiegen als die Preise für Biomilch. Dadurch hat sich der Preisabstand zwischen ihnen stark verringert, berichtet die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB). Nach aktuellen Auswertungen des Verbands der Milcherzeuger in Bayern (VMB) für Mai 2022, ist die Spanne zwischen Bio und konventionell auf 5,5 Cent/kg zusammengeschrumpft. Die Differenz dürfte sich in den Sommermonaten wohl eher noch weiter verkleinern, so der VMB. Die Haupt­ursache für diese Entwicklung sei, dass ein größerer Teil der konventionellen Milch über Kanäle abgesetzt wird, die stärkeren Erlösschwankungen unterliegen. Dazu gehören beispielsweise der Export, der Absatz an Großverbraucher und die Verkäufe von Milch zur weiteren Verarbeitung.
Der Absatz von Biomilcherzeugnissen sei stärker auf den Einzelhandel konzentriert, mit dem überwiegend langfristige Kontrakte abgeschlossen werden.

Die bereits umgesetzten Erhöhungen der Abgabepreise für Biomilch und der daraus folgende Anstieg der Verbraucherpreise scheinen aber nun erstmalig auch zu Absatzrückgängen zu führen. So sei  beispielsweise der Absatz von Biokonsummilch im April um 4,4 % zurückgegangen, berichtet die ZMB. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) meldete, dass Bioläden und Biosupermärkte in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich weniger Tagesumsätze hatten (– 18 % im März). Im Biobereich scheint es zudem eine Verlagerung zu den Biohandelsmarken der Discounter zu geben, denn diese berichten weiterhin noch über einen guten Absatz. Das bestätigt auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Sie berichtet, dass die Biomarkenhersteller im ersten Quartal 11 % Umsatz verloren haben, während die Discounter den Absatz  von Bioprodukten um 9 % steigern konnten.

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