Das Hemd ist näher als die Jacke.

Dass diese Redensart auch auf Schlachtkonzerne zutrifft, dürfte wenige überraschen. Durchaus überraschend ist die Vehemenz, mit der Tönnies Foodservice ob gestiegener Rohstoffkosten (ein Plus von 65 Ct/kg SG bei Schlachtschweinen in fünf Wochen) in einem Brandbrief an seine Abnehmer Preiserhöhungen für bestehende Verträge fordert. Insbesondere wird mit den gestiegenden Kosten der Landwirte argumentiert. Die haben Tönnies bei 1,20 €/kg SG allerdings nicht interessiert. Scheinbar hat da die Marge noch gestimmt. Es macht fassunglos, dass erst jetzt, da es an den eigenen Kragen geht, die Produktionskosten der Landwirte als Argument benutzt werden.   

Ein Kommentar von Christin Benecke

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