Deckel drauf und Ruhe ist?

Hohe Preise für Energie und Nahrungsmittel sorgten 2007 für Unruhen in Indien, lösten 2011 die »Arabellion« aus und ließen jetzt die Kasachen aufbegehren. Auch in der EU geht die Angst um: Polen streicht die Mehrwertsteuer auf Sprit, Gas und Lebensmittel. Ungarn friert ab Februar die Preise für Grundnahrungsmittel, Sprit und sogar die Zinsen ein. Wer die Zeche bezahlt, wenn Preise steigen, das Volk aber nicht zahlen soll, steht nirgendwo geschrieben. Im Zweifel der Staat oder staatseigene Unternehmen. Wie wenig Preisdiktate am Markt vorbei funktionieren, zeigt sich gerade in der Türkei. Gegen den Markt lässt sich der Deckel nun mal nicht auf dem Topf halten. Egal, ob der Staat Preise diktiert, Steuern streicht oder Subventionen zahlt wie Heizkostenzuschüsse, EEG-Umlage und demnächst vielleicht auch für Tierwohl.

Ein Kommentar von Christian Bickert

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