Erneut Rekordexporte in Indien

Getreide. Dieses Land haben wir beim Thema Agrarmärkte selten auf dem Schirm: Indien, das mit fast 1,4 Mrd. Einwohnern in Sachen Ernährung der weltgrößte Selbstversorger ist. Am Getreidemarkt tritt das Land, das immerhin 10 % der Produktion und 9 % des Verbrauchs ausmacht (dabei aber 17 % der Weltbevölkerung stellt) nur beim Reis regelmäßig in Erscheinung. Andere Erzeugnisse wie Weizen oder Mais kauft beziehungsweise verkauft das Land nur dann, wenn am Binnenmarkt Mangel oder Überfluss herrscht.

Spitzenposition beim Reis gefestigt. Beim Reis war Indien in den vergangenen Jahren mit einem Marktanteil von rund 25 % bereits der weltgrößte Exporteur. Im Vorjahr sprangen die Exporte nach der fünften Rekordernte in Folge um 60 % auf 20 Mio. t in die Höhe. Für 2021/22 stehen nach Ansicht der US-Botschaft in Neu-Delhi Ausfuhren von 19 Mio. t in Aussicht. Ursache für das Minus waren Niederschläge während der Ernte im Oktober/November, die sich negativ auf die Erträge auswirkten.

Trotz dieses Rückgangs dürften die Getreideverkäufe 2021/22 den Rekordwert der Vorsaison übersteigen. Und das liegt am Weizen. Mit 109 Mio. t wurde ebenfalls die fünfte Rekordernte in Folge eingefahren. Daraus leitet sich ein Exportpotential von gut 5 Mio. t ab – doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und ein Achtjahreshoch. Rechnet man die wegen einer kleineren Ernte um 1 auf 2,5 Mio. t geschrumpften Maisausfuhren hinzu, wachsen die Getreideverkäufe Indiens 2021/22 um rund 1 auf 27 Mio. t. Für Indien ist das immens viel, gemessen am Weltmarkt entspricht diese Menge aber gerade einmal 3 %.

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