Solarzellen statt Soja?

Einer der großen »Schwächen« der Tierproduktion ist ihr Flächenanspruch für die Futtermittel – man denke an die Diskussion um Sojabohnen und Regenwald. Erzeugt man jedoch Eiweiß aus Mikroorganismen und nutzt dafür Sonnenkollektoren als Energiequelle, so ließe sich auf 10 % einer »normalen« Sojafläche dieselbe Menge Eiweiß erzeugen. Das hat eine Forschergruppe u. a. an der Universität Göttingen hochgerechnet. Berücksichtigt wurde der Energiebedarf für die Stromerzeugung, die elektrochemische Herstellung des Nährmediums für die Mikroorganismen, deren Kultivierung sowie Ernte und Verarbeitung der ­eiweißreichen Biomasse.  
Selbst in nördlichen Breiten ist die Effizienz dieser Art von Eiweißerzeugung deutlich besser als die der bodengebundenen Produktion. Der »Clou« ist, dass sie auch in nicht für die Landwirtschaft geeigneten Gebieten stattfinden kann, gerade in Wüstengebieten mit ihrer hohen Sonneneinstrahlung.
Produktionseffizienz muss allerdings nicht Kosteneffizienz bedeuten. Gerade in der »Dritten Welt« ist es schwer vorstellbar, »lokale« Futtermittel auf so kapitalintensive Weise zu produzieren.

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