Was die Mimik von Kühen verrät

Für Rinder, die entwicklungsgeschichtlich Fluchttiere sind, war es überlebenswichtig, sich möglichst geräuschlos verhalten und verständigen zu können. Daher sind sie zu einer ausgeprägten Mimik fähig, mit der sie ihr Befinden ohne Laute zum Ausdruck bringen können. Wenn Tierhalter in der Lage sind, das Mienenspiel der Kühe richtig zu interpretieren, können sie vor allem auch Schmerzen und Krankheiten schneller erkennen.
Dafür haben schwedische und dänische Forscher untersucht, wie Kühe ihr Unwohlsein zeigen und zusammengestellt, was die wichtigsten Anzeichen für eine Früherkennung von Schmerz sind:

  • starrende, trübe Augen, eingesunkene Augen, wenig weiß zu sehen;
  • angespannte Gesichtsmuskeln oberhalb der Augen, Falten seitlich und/oder Falten über der Nase;
  • erweiterte Nasenlöcher, Geräusche beim Atmen, Spannung um das Maul;
  • hängende Ohren, vor allem bei Kälbern ist das ein deutliches Krankheitsanzeichen;
  • niedrig, unterhalb vom Widerrist getragener Kopf.

Die Veränderungen des Mienenspiels bei Stress und Unwohlsein sind angeboren. Sie sind eine natürliche Reaktion und lassen sich daher nicht unterdrücken. Um das Verhalten der Rinder und ihre Mimik zu beurteilen, sollten die Tiere allerdings beobachtet werden, wenn sie ungestört sind.

Foto: agrar-press