Nachholbedarf bei der Kennzeichnung von Pflanzendrinks

Vor allem bei Haferdrinks fallen immer wieder Mängel in der Kennzeichnung auf, zeigen Untersuchungen des Lebensmittel- ud Veterinärinstitutes Braunschweig/Hannover. Im Zeitraum von 2019 bis 2021 wurden 102 Pflanzendrinks untersucht, davon 38 Hafer- und 34 Soja-Drinks, neun Soja-Reis-, acht Mandeldrinks sowie einzelne Produkte auf Reis-, Cashew-, Dinkel- oder Kokosnussbasis. Bei 13 der Haferdrinks bemängelte das Untersuchungsamt, dass die Bezeichnung "Hafer" irreführend sei. Denn tatsächlich sei fermentierter Hafer zugesetzt worden. Durch diesen Verarbeitungsschritt entstehe Zucker, der von Natur aus nicht im Hafer vorhanden ist. Dass die Anbieter auf diesen wesentlichen Verarbeitungsschritt nicht hingewiesen hatten, werteten die Behörden als Täuschung. Auf dem Etikett von sechs Haferdrinks war demnach zudem der Hinweis "enthält von Natur aus Zucker" zu finden. Dies werteten die Behörden ebenfalls als nicht zulässig, da Hafer von Natur aus eben keinen Zucker enthält sondern dieser erst durch die Fermentation entsteht.

Auch die Angabe "leicht bekömmlich, da von Natur aus laktosefrei" bewertete das Untersuchungsamt als unzulässig, da die Aussage als gesundheitsbezogen eingestuft wurde. Sie war auf sechs Sojadrinks zu finden. Die Aussage "Milcheiweiß- und laktosefrei" auf einem Sojadrink wurde ebenfalls beanstandet, da es sich nach Ansicht der Behörden um eine Selbstverständlichkeit handelt.

Weitere Kennzeichnungsmängel betrafen die Mengen an Hafer beziehungsweise Soja, die in einigen Produkten nicht korrekt angegeben waren sowie die Nährwertdeklaration und die Allergenkennzeichnung

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