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title: Zukunftsgespräch. Startup meets Landwirtschaft
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description: "Gründergeist zwischen Trecker und Gummistiefeln: Startups liefern neue Ideen und Verbesserungsvorschläge entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Bei einer Digitalveranstaltung haben wir die Herausforderungen der Branche diskutiert."
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date: 2023-10-05
modified: 2025-06-12
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Thomas Künzel
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# Zukunftsgespräch. Startup meets Landwirtschaft

- [ Alternativen ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/alternativen "Alternativen")

              ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/_processed_/9/1/csm_DLG0523_32_UEbersicht_Wolke_96aa6ad486.jpg)    Ersteller: Sindelar  Dieses Sammelsurium an Pfeilen und Verbindungslinien versucht das System Landwirtschaft zu beschreiben. Alles steht miteinander in Abhängigkeit.

   05. Oktober 2023    Zukunftsgespräch. Startup meets Landwirtschaft
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 Gründergeist zwischen Trecker und Gummistiefeln: Startups liefern neue Ideen und Verbesserungsvorschläge entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Bei einer Digitalveranstaltung haben wir die Herausforderungen der Branche diskutiert.

         ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/23-8/Thumbnail_Zukunftsgespraech.jpg)

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Wo und wie können die unterschiedlichen Akteure den Transformationsprozess der Branche mitgestalten? Was braucht es, um die Landwirtschaft ganzheitlich zu denken, statt sich im Klein Klein zu verlieren? Welche neuen Wege und Ideen gibt es für die Zukunft und wie lassen sich Innovationen schneller in die Praxis bringen? Das waren die zentralen Fragestellungen unseres ersten digitalen Zukunftsgesprächs, mit dem wir Brücken bauen und Landwirte und Gründer zusammenbringen wollen. Denn ein offener Austausch ist wichtig, um Verständnis für das gegenseitige Mindset zu schaffen.

 Innovationen sollen für Verbesserungen sorgen
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Grundvoraussetzung dafür sind Antworten auf die Frage: Habe ich das ­Agrarsystem verstanden? Sonst können Innovationen nicht nur Wertschöpfung auslösen, sondern mit Zeitverzug auch Schadschöpfung. In seiner Keynote machte Thomas Sindelar sehr plakativ die Komplexität des ­Agrarsystems klar. »Komplexen Systemen ist gemein, dass man nicht vorhersagen kann, welche Ergebnisse in naher Zukunft aus den Wechselbeziehungen der Elemente und Akteure entstehen werden«, sagt Sindelar. Und damit befinden auch Sie sich mit Ihrem Betrieb, ob Sie wollen oder nicht, im Management komplexer Systeme, mit seinen ungewissen und unvorhersehbaren Einflüssen.
 Im Umgang mit Komplexität entstehen seiner Meinung nach Fehler: »Die Übersicht und der Blick auf das Ganze fehlt, die entscheidenden Größen stehen nicht im Mittelpunkt und man verzettelt sich bei den Maßnahmen«, lautet Sindelars Analyse. Selbst wenn es gelänge, das Agrarsystem (siehe nebenstehende Übersicht) mit den bekannten Marktteilnehmern genau zu definieren und sich alle Akteure einig wären, es stabil zu halten, agiert es nicht im luftleeren Raum. Weltwirtschaft, Klima, Verbraucher, Politik, etc. – die Landwirtschaft steht in direktem Austausch mit anderen Systemen.

Wir Menschen wünschen uns Komplexitätsreduktion
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»Ich bin da skeptisch«, sagt Thomas Sindelar mit Blick auf das ­Agrarsystem. Seine These: Egal, ob Borchardt-Kommission oder ZKL, es wurde keine methodisch saubere Herleitung gemacht, welche Zukunftsszenarien eigentlich die wahrscheinlichsten sind. »Wir brauchen eine Diskussionsgrundlage, die das komplexe Agrarsystem in ein Wirkungsgefüge bringt und Managementlandkarten arrangiert, die eine völlig neue und transparente Gesprächsbasis über die Zukunftsfähigkeit des Agrarsystems ermöglichen«, so Sindelars abschließende Forderung.

          ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/23-8/DLG0523_32_Sindelar_neu.jpg)   Thomas Sindelar, Wappnet GmbH, Hannover

> Planungssicherheit gibt
>  es in komplexen
>  Systemen nicht.

In welchem Umfeld entstehen eigentlich Startup-Innovationen? Und welche Hindernisse müssen aus dem Weg geräumt werden, um den Standort noch gründungsfreundlicher zu machen? Florian Stöhr, Geschäftsführer vom Seedhouse in Osnabrück zeigte in seinem Impuls, dass gerade 2,2 % der Startups in Deutschland in der Landwirtschaft zu Hause sind. »Eigentlich stehen wir gar nicht so schlecht da«, lautet dennoch sein Credo. Denn der BIP-Anteil der Landwirtschaft liegt gerade bei 1,2 %. Und er ergänzt: »Wenn man sich Investments in Agrar-Startups anschaut, stehen wir mit 3 Mrd. € im internationalen Vergleich auf Platz vier.« Vor uns die USA, China und Indien. Er betonte aber auch, dass es noch Verbesserungspotential bei der Vernetzung der verschiedenen Akteure und auch bei der Entrepreneurship-Ausbildung an Hochschulen, Unis, aber auch bei den Landwirten gibt. »Grundsätzlich haben wir Grund zu gesundem Optimismus«, lautet Stöhrs Fazit.

> Wir benötigen für die Transformation
>  iele innovative Ideen – nicht nur von Startups.

          ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/23-8/DLG0523_33_Florian_Stoehr.jpg)   Florian Stöhr, Seedhouse Accelerator GmbH, Osnabrück

Es braucht Zielbilder für Zukunftsszenarien
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»Wenn wir über Fortschritt und Innovation reden, ist es natürlich hilfreich, wenn man ein Ziel vor Augen hat«, sagt Philipp Schulze Esking, Vizepräsident der DLG und selbst Landwirt. Wir brauchen Neugier und die Lust, neue Wege zu gehen. Den Mut zum Perspektivwechsel. Getreu dem Motto: Wer sich nicht neu erfindet, verschwindet! »In einer freien Marktwirtschaft ist jeder seines eigenen Glückes Schmied. Wenn ich den Eindruck habe, ich ertrage den Wettbewerbsdruck durch die offenen globalen Märkte nicht, dann bin ich wahrscheinlich besser beraten, wenn ich mich um eine Nische kümmer, in der ich nicht Mengenanpasser bin«, ergänzt Esking.
 In diese Kerbe schlägt auch Andreas Lieke, LBB Göttingen: »Landwirte bedienen überwiegend Märkte für Commodities, die vom Weltmarkt abhängen. Deshalb ist es der Kampf um die Stückkosten, um im Wettbewerb klarzukommen. Das ist aufreibend und überfordert manchen Betriebsleiter«. Kurzum: Landwirte sind tagesorientierte Grenzkostenrechner, im Dauerstress ohne Zukunftsvision. Das erweckt den Eindruck zweier komplett unterschiedlicher Denkschulen. Startups kennen die Lösung nicht und probieren aus (Cleverness), Landwirte denken effi­zient (Kostendruck).

Fazit

Es wurde in der Diskussion vielfach deutlich, dass der Austausch zwischen Startups und den etablierten Marktakteuren wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Agrarbranche liefern kann. Netzwerke zu bilden, der eigene Perspektivwechsel und etwas mehr Grundoptimismus sind Motivation für eine neue Betrachtungs- und Herangehensweise im komplexen Agrarsystem.

 Mehr zum Thema
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               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/23-9/DLG0923_16_Viktoriya_AdobeStock_298319718.jpg)

- [ Betriebsführung ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebsfuehrung "Betriebsführung")

   22. September 2023     [ Stimmung. Das Ende der Euphorie ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/stimmung-das-ende-der-euphorie "Stimmung. Das Ende der Euphorie")
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Im Jahr 2021 floss das Geld für Startups nur so in Strömen. Mittlerweile sind die Investitionen wieder auf das Niveau vor der Coronapandemie gesunken. Zusammen mit der Menge an Risikokapital sank auch die Stimmung in der Szene.

               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/23-9/DLG0923_27_Probenda_Larven.jpg)

- [ Betriebsführung ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebsfuehrung "Betriebsführung")

   22. September 2023     [ Beispiele. Vier Wege zum eigenen Startup ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/beispiele-vier-wege-zum-eigenen-startup "Beispiele. Vier Wege zum eigenen Startup")
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Raumfahrttechnik zur Gülleaufbereitung, KI zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen, Insekten als Sojaersatz, Direktsaattechnik für produktive Böden – wir stellen die Gründer und deren Geschäftsideen vor.

               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/23-9/DLG0923_21_nitiroj_AdobeStock_614340066.jpg)

- [ Alternativen ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/alternativen "Alternativen")

   22. September 2023     [ AgriFood-Startups. Was sind die Erfolgsfaktoren? ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/agrifood-startups-was-sind-die-erfolgsfaktoren "AgriFood-Startups. Was sind die Erfolgsfaktoren?")
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Die Agrar- und Ernährungswirtschaft treibt ihre eigene Transformation voran – mit Gründern aus den eigenen Reihen. Trotzdem nehmen die landwirtschaftlichen Betriebe in puncto Startup-Gründung bislang eine eher untergeordnete Rolle ein. Sibylle Gerlach und Jan-Henning Feil zeigen die Zusammenhänge in der deutschen AgriFood-Startup-Szene auf.