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title: "Schwanzbeißen. SINS: Ist Rauszüchten möglich?"
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description: Schwanzbeißen wird häufig durch Entzündungen und Nekrosen ausgelöst. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie Zuchtstrategien das Problem entschärfen können. Gleichzeitig wird die Gesundheit positiv beeinflusst und der Antibiotikaeinsatz reduziert.
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date: 2025-03-21
modified: 2025-06-09
keywords:
  - Schwanzbeißen
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Christin Benecke
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# Schwanzbeißen. SINS: Ist Rauszüchten möglich?

- [ Betriebszweig Schwein ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebszweig-schwein "Betriebszweig Schwein")
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   21. März 2025    SINS: Ist Rauszüchten möglich?
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 Schwanzbeißen wird häufig durch Entzündungen und Nekrosen ausgelöst. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie Zuchtstrategien das Problem entschärfen können. Gleichzeitig wird die Gesundheit positiv beeinflusst und der Antibiotikaeinsatz reduziert.

          ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/25-3/DLG0325_68_AdobeStock_82550273_Countrypixel.jpg)    Ersteller: Countrypixel Quelle: stock.adobe.com

Die Aufzucht von Schweinen mit unkupierten Schwänzen verursacht Mehrkosten von rund 20 bis 30 € je verkauftes Mastschwein. Doch selbst wer in eine Verbesserung von Haltung und Management investiert, ist nicht vor Schwanzbeißausbrüchen sicher. Kann die Genetik einen Beitrag leisten, um in deutlich ruhigeres Fahrwasser zu kommen und einem Kupierverzicht den Weg zu ebnen?

**Blutige Schwänze sind ein Horror für jeden Schweinehalter!** Die Ursachen werden oft als »multifaktoriell« bezeichnet. Dabei ist bekannt, dass viele dieser Faktoren Entzündungsprozesse im Körper der Tiere auslösen. Schätzungsweise 70 % des Beißgeschehens sind darauf zurückzuführen, dass das betroffene Tier am Entzündungs- und Nekrosesyndrom (SINS, DLG-Mitteilungen 11/2024) erkrankt ist.
 SINS wurde 2019 zum ersten Mal durch Prof. Dr. Dr. Gerald Reiner, Leiter der Klinik für Schweine an der Uni Gießen, beschrieben. Bis dahin waren Symptome, die Schweine regelmäßig an diversen Körperteilen (Schwanz, Ohren, Klauen, Zitzen, Vulva) zeigten, ausschließlich als Technopathien und Folgen von Beißverhalten beschrieben worden. Die Erkenntnis, dass es sich bei SINS um ein von innen kommendes Problem handelt, ist von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung dieses Syndroms. Dennoch gibt es viele Umweltfaktoren, die Einfluss nehmen und damit Entzündungen und Nekrosen zusätzlich begünstigen. Beispiele sind unzureichende Thermoregulation, suboptimale Wasserversorgung, zu viel Eiweiß oder zu wenig Rohfaser im Futter.

 Pietrain sind stärker betroffen
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Pietrain vererbt eine hohe Entzündungsneigung. Bereits neugeborene Ferkel weisen zu 30 bis über 90 % SINS-Symptome auf. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass unter exakt denselben Umweltbedingungen und auf derselben Sauengrundlage die Nachkommen von Pietrain-Ebern wesentlich mehr Probleme mit Entzündungen und Nekrosen haben als Hybridferkel mit Duroc-Vätern (Grafik). Nachkommen von Ebern der Rassen Deutsches Edelschwein und Deutsche Landrasse liegen dazwischen.

 Serie Kupierverzicht
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Weitere Beiträge aus der Serie "Kupierverzicht"

- [Tierschutz. Wie nah sind wir dem Ringelschwanz](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/tierschutz-wie-nah-sind-wir-dem-ringelschwanz)
- [Schwanzbeißen. Das Problem kommt von innen](https://www.dlg-mitteilungen.de/dossiers/schwanzbeissen-das-problem-kommt-von-innen)

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   03. Februar 2025     [ Ferkelfütterung. Technik beeinflusst das Wohlbefinden ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/ferkelfuetterung-technik-beeinflusst-das-wohlbefinden "Ferkelfütterung. Technik beeinflusst das Wohlbefinden")
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Wenn Aufzuchtferkel zu schnell zu viel fressen, kann das ihren Stoffwechsel überfordern. Hier liegt eine wichtige Ursache für Nekrosen und Schwanzbeißen. Die Fütterungstechnik hat einen großen Einfluss. Was unterschiedliche Rohrbreiautomaten für das Tierwohl in der Ferkelaufzucht bedeuten, zeigt Eckhard Meyer.

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Bissverletzungen am Schwanz können im schlimmsten Fall zu Abszessen und zur Verwerfung des gesamten Schlachtkörpers führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt, selbst wenn die Wunde bereits vernarbt ist. Besonders stark sind unkupierte Tiere betroffen, zeigt eine spanische Studie.

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Vor der Geburt müssen Sauen Zugang zu organischem Nestbaumaterial haben. Stroh meiden dabei allerdings viele Betriebe – nicht zuletzt aus arbeitswirtschaftlichen Gründen. Aber das Stroh kann durchaus Ferkelverluste reduzieren, zeigen Johann Wahmhoff und Imke Traulsen.