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title: "Meinung. EU-Nutztierstrategie: Zu schön, um wahr zu sein"
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description: "Mit ihrer kürzlich vorgestellten Nutztierstrategie versucht die EU-Kommission einen Spagat: mehr Tierwohl durch die Abschaffung der Käfig- bzw. Kastenstandhaltung – und gleichzeitig ein klares Bekenntnis zur europäischen Nutztierhaltung:"
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date: 2026-07-22
modified: 2026-08-21
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Christin Benecke
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# Meinung. EU-Nutztierstrategie: Zu schön, um wahr zu sein

- [ Agrarpolitik ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/agrarpoltik "Agrarpolitik")
- [ Meinung ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/meinung "Meinung")

   22. Juli 2026    Meinung. EU-Nutztierstrategie: Zu schön, um wahr zu sein
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 Mit ihrer kürzlich vorgestellten Nutztierstrategie versucht die EU-Kommission einen Spagat: mehr Tierwohl durch die Abschaffung der Käfig- bzw. Kastenstandhaltung – und gleichzeitig ein klares Bekenntnis zur europäischen Nutztierhaltung:

          ![Portrait Chrisitin Benecke](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Redaktion/0118_Benecke.jpg)   Christin Benecke

> Die EU-Kommission versucht die Quadratur des Kreises.

Letzteres unterstreicht sie mit der Absichtserklärung, weitere Bestandsrückgänge in der EU zu verhindern. So ein Ansatz kommt definitiv nicht ohne flankierende Maßnahmen aus. Die angedachte finanzielle Unterstützung dieses Tierhaltungsumbaus und ein Schutz vor Importen mit niedrigeren Tierwohlstandards sind daher folgerichtig. Das alles klingt gut und ist Balsam für die Seelen der so oft attackierten Nutztierhalter.

Aus deutscher Sicht hätte insbesondere ein EU-weites Kastenstandverbot in der Sauenhaltung seinen Reiz. Es würde Wettbewerbsverzerrungen im EU-Binnenmarkt verringern und jene Betriebe bei uns stärken, die bereits heute deutlich strengere Vorgaben erfüllen müssen. Gerade für die Sauenhalter wäre das ein wichtiges Signal.

**Aber kann die EU überhaupt Versprechen zum Außenschutz und zur finanziellen Unterstützung einhalten?** Die Maßnahmen, mit denen die EU-Kommission diesen Spagat hinbekommen will, holen einen schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Es soll ja ein WTO-konformer Außenschutz für mehr Tierwohl organisiert werden. Die bisherigen Erfahrungen mit internationalen Handelsregeln lassen aber erhebliche Zweifel aufkommen, ob sich das tatsächlich durchsetzen lässt.

Ebenso fraglich ist, wie der milliardenschwere Investitionsbedarf gedeckt werden soll. Der EU-Kommission schwebt eine Kombination aus privatem Kapital und öffentlichen Mitteln vor – unter anderem bringt sie die ohnehin stark umkämpften, weil schrumpfenden GAP-Mittel ins Spiel. Überzeugend ist das nicht.

**Die Reaktionen auf die EU-Pläne** sowohl aus der Landwirtschaft als auch aus den Reihen der Tierschützer sind überwiegend positiv. Das zeigt wohl vor allem eines: Nämlich, dass das Strategiepapier jedem weismacht, die eigene Position zu unterstützen. Genau darin liegt jedoch auch das Problem. Das Papier wirkt wie eine politische »eierlegende Wollmilchsau«: mehr Tierwohl, stabile Tierbestände, höhere Wettbewerbsfähigkeit, Außenschutz und Finanzierung aus einem begrenzten Budget. Die EU-Kommission scheint es allen recht machen zu wollen. Und trotz aller positiven Reaktionen: So recht glauben mag dann doch keiner, dass diese wohlklingenden Absichtserklärungen tatsächlich umsetzbar sind. Wahrscheinlich noch nicht einmal die Autoren des Strategiepapiers selbst.

 Mehr zum Thema
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               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Autoren/Redaktion/0118_Benecke.jpg)

- [ Meinung ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/meinung "Meinung")

   18. November 2024     [ Investitionen. Endlich die Bremse lösen! ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/investitionen-endlich-die-bremse-loesen "Investitionen. Endlich die Bremse lösen!")
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Schweinehalter sind Unternehmer, es liegt ihnen in den Genen, etwas unternehmen zu wollen – erst recht, wenn das Geld dazu da ist. Und in der Schweinehaltung wurde zuletzt gutes Geld verdient. Auf der Euro-Tier lag fast Aufbruchstimmung in der Luft. Auch eine Umfrage der ISN bestätigt den Optimismus. Es bleibt zwar dabei, dass viele Betriebe aufgegeben werden.

               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/24-7/_2104845.jpg)

- [ Betriebsführung ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebsfuehrung "Betriebsführung")

   23. Juli 2024     [ Investitionsförderung. Unterstützung für Maschinen und Geräte ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/investitionsfoerderung-unterstuetzung-fuer-maschinen-und-geraete "Investitionsförderung. Unterstützung für Maschinen und Geräte")
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Ab sofort werden landwirtschaftliche Betriebe für die nachhaltige Bewirtschaftung von Moorböden bei der Anschaffung entsprechender Bewirtschaftungstechnik mit bis zu 65 Prozent unterstützt. Dies ist Bestandteil des Aktionsprogramms "Natürlicher Klimaschutz" (ANK).

               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/24-4/Schweine.jpg)

- [ Betriebsführung ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebsfuehrung "Betriebsführung")

   27. März 2024     [ Agrarstruktur. Jeder siebte Schweinehalter gibt auf ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/agrarstruktur-jeder-siebte-schweinehalter-gibt-auf "Agrarstruktur. Jeder siebte Schweinehalter gibt auf")
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Zum Stichtag 1. März 2023 gab es in Deutschland rund 161.700 landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2023 mitteilt, ging die Zahl der viehhaltenden Betriebe zwischen 2020 und 2023 um etwa 4 Prozent zurück. Der Anteil landwirtschaftlicher Betriebe mit Tierhaltung betrug 63 (2020: 64) Prozent.