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title: "Dänemark. Wie lange hält die Geduld?"
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description: In Dänemark gab es bisher es keine Schlepper-Demonstrationen. Dort setzen sich üblicherweise Regierung und Interessenverbände zusammen und handeln Kompromisse aus. Für den Bereich der Landwirtschaft hatte dies zuletzt 2024 funktioniert, als die Regierung – verbunden mit umfangreichen Gegenleistungen – eine ab 2030 geltende CO2-Steuer auch für diesen Sektor ankündigte. Bisher einmalig in Europa.
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date: 2026-06-19
modified: 2026-06-19
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Thomas Preuße
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# Dänemark. Wie lange hält die Geduld?

- [ Agrarpolitik ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/agrarpoltik "Agrarpolitik")

              ![Agrarlandschaft mit Höfen und Feldern](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/_processed_/6/6/csm_DLG0726_09_AdobeStock_905572068_e85bdd312a.jpg)    Ersteller: snapshotfreddy Quelle: stock.adobe.com

   19. Juni 2026    Dänemark. Wie lange hält die Geduld?
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 In Dänemark gab es bisher es keine Schlepper-Demonstrationen. Dort setzen sich üblicherweise Regierung und Interessenverbände zusammen und handeln Kompromisse aus. Für den Bereich der Landwirtschaft hatte dies zuletzt 2024 funktioniert, als die Regierung – verbunden mit umfangreichen Gegenleistungen – eine ab 2030 geltende CO2-Steuer auch für diesen Sektor ankündigte. Bisher einmalig in Europa.

Ändert sich diese Konsensorientierung mit der neuen Mitte-Links-Koalition in Kopenhagen? Insbesondere die Schweinehaltung hatte bereits im Wahlkampf eine große Rolle gespielt. Doch die Pläne der neuen Regierung gehen noch darüber hinaus. So will sie das eigenständige Landwirtschaftsministerium auflösen. Dessen Aufgaben übernehmen fünf Ministerien, vor allem das für Natur- und Tierschutz.

390.000 ha sollen renaturiert werden, um damit 30 % der Landesfläche als geschützte Natur ausweisen zu können. Über grundwasserbildenden Flächen sollen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Klärschlamm komplett verboten werden sowie die Nitrat-Grenzwerte weiter sinken. Für »besonders stark betroffene« Betriebe steht eine Entschädigung in Aussicht, um de-facto-Enteignungen zu vermeiden.

Am einschneidendsten dürften sich die Pläne der neuen Regierung jedoch auf die Schweinehalter auswirken. Die Ferkelproduktion soll sich an der Nachfrage der Mäster im eigenen Land orientieren und nicht am Export. Schwänze sollen nur noch bis 2030 kupiert werden dürfen, konventionelle Ställe einstweilen gar nicht mehr gebaut oder erweitert werden. Die Gruppenhaltung von Sauen soll zur Regel werden, die Mindestsäugedauer auf vier Wochen steigen. Ebenfalls im Koalitionsvertrag stehen mehr Ökolandbau und weniger Antibiotika.

Auch über diese Vorhaben soll es Gespräche geben. Enden sie nach einem halben Jahr nicht erfolgreich, stehen gesetzliche Maßnahmen im Raum. Die Schweinehalter und ihre Verbände werden somit stark unter Druck gesetzt.

Für deutsche Mäster ist Dänemark der mit Abstand wichtigste Ferkel-Importeur (knapp 4,5 Mio. Tiere im ersten Quartal 2026 gegenüber 545.000 Tieren aus den Niederlanden). Noch wichtiger für die dänischen Sauenhalter ist jedoch der Export nach Polen. In Dänemark wird auch über eine Begrenzung der Transportdauer dis­kutiert, was Ferkel von Polen nach Deutschland »umleiten« könnte. Ob aufgrund einer »Ferkelknappheit« deutsche Sauenhalter profitieren, ist somit schwer vorherzusagen.

 Meinung: Wasser auf die Mühlen...
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          ![Wasserrad einer Mühle](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/26-7/DLG0726_07_Georgy_AdobeStock_458852769.jpg)    Ersteller: Georgy Quelle: stock.adobe.com

… der hiesigen Landwirtschafts-Kritiker könnte die jüngste Entwicklung in Dänemark sein: Dort wird das Landwirtschaftsministerium abgeschafft. Als erstes EU-Land gehen unsere Nachbarn diesen Schritt. Die Zuständigkeiten wandern in andere Ressorts, darunter das neu geschaffene Ministerium für Natur und Tierschutz. Gleichzeitig werden weitreichende Vorhaben diskutiert – vom nationalen Pflanzenschutzverbot bis zum Umbau der Schweinehaltung. Die Verhandlungen darüber führt ein Gremium, während sich die Regierung für den Fall des Scheiterns die letztendliche Entscheidung vorbehält. Zusätzliche Brisanz steckt in der Personalie der neuen Umweltministerin, die zuvor Präsidentin des dänischen Naturschutzverbandes war. Wir können nur hoffen, dass diese Welle nicht zu uns herüberschwappt. *(sk)*

 Mehr zum Thema
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               ![Landwirtschaftlicher Betrieb Dänemark](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/26-1/DLG0126_09_eyewave___stock.adobe.com.jpg)

- [ Weltspiegel ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/weltspiegel "Weltspiegel")

   02. Januar 2026     [ Dänemark. Mit Quoten gegen N-Einträge ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/default-aedbcb90c42d9eb5e03cbf6f180bea4c "Dänemark. Mit Quoten gegen N-Einträge")
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Dänemark stellt seine Stickstoffpolitik neu auf. Ab 2027 soll der N-Eintrag von landwirtschaftlichen Flächen in Gewässer nicht mehr allein über Maßnahmenvorgaben, sondern über betriebsspezifische Emissionsquoten gesteuert werden. Das System ist Teil der »grünen Transformation «, auf die sich Regierung, Parlament und Wirtschaft 2024 verständigt hatten.

               ![](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/25-7/DLG0725_50_Benecke_IMG_7979.jpg)

- [ Betriebszweig Schwein ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebszweig-schwein "Betriebszweig Schwein")

   23. Juli 2025     [ Dänemark. Die Dinge selbst in die Hand nehmen ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/daenemark-die-dinge-selbst-in-die-hand-nehmen "Dänemark. Die Dinge selbst in die Hand nehmen")
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Klimaschutz, Tierwohl, Biosicherheit – die Wunschliste an Schweinehalter ist lang – auch in Dänemark. Dort begegnet die Branche den Ansprüchen mit einer eigenen Zukunftsvision. Nicht verhandelbar ist dabei: Effizienz in der Produktion muss die Basis bleiben.

               ![Saugferkel von hinten mit Ringelschwanz](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/25-5/DLG0525_48_AdobeStock_86347319_Countrypixel.jpg)

- [ Betriebszweig Schwein ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/betriebszweig-schwein "Betriebszweig Schwein")

   05. Mai 2025     [ Dänemark. Im Bieterverfahren zum Ringelschwanz ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/daenemark-im-bieterverfahren-zum-ringelschwanz "Dänemark. Im Bieterverfahren zum Ringelschwanz")
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Klare Zielvorgabe, so günstig wie möglich, kaum Bürokratie – in Dänemark soll ein dreijähriges Programm die Zahl der unkupierten Schweine erhöhen. Interessierte Betriebe können Gebote abgeben, zu welchem Preis sie einsteigen wollen.