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title: Dänemark. Identität sticht Geld
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description: "Gerade in der Umweltpolitik wird häufig unterstellt: Ist ein Vorhaben ökologisch sinnvoll, muss es sich auch politisch durchsetzen lassen. Landwirte müssen dann eben entschädigt werden –  etwa für eine Moorwiedervernässung oder mehr Biodiversität. Doch reicht Geld allein wirklich aus?"
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date: 2026-09-02
modified: 2026-09-03
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Thomas Preuße
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# Dänemark. Identität sticht Geld

- [ Weltspiegel ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/weltspiegel "Weltspiegel")

              ![Landschaft mit Wiesen und Bäumen](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/_processed_/a/9/csm_DLG0926_08_agrarfoto_b6e0598e17.jpg)    Ersteller: agrarfoto

   02. September 2026    Dänemark. Identität sticht Geld
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 Gerade in der Umweltpolitik wird häufig unterstellt: Ist ein Vorhaben ökologisch sinnvoll, muss es sich auch politisch durchsetzen lassen. Landwirte müssen dann eben entschädigt werden – etwa für eine Moorwiedervernässung oder mehr Biodiversität. Doch reicht Geld allein wirklich aus?

Eine Arbeit an der Universität Aarhus hat erneut bestätigt, wie kurz ein solcher ausschließlich auf finanzielle Anreize ausgerichteter Ansatz zielt. Dänemark verlangt seinen Landwirten klima- und umweltpolitisch so viel ab wie kein anderes EU-Land, und dänische Landwirte gelten als nüchterne Rechner. Trotzdem hängt die freiwillige Entscheidung für eine grundlegende Änderung der Landnutzung von weit mehr ab als der Höhe einer Entschädigung. Die Forschenden sprechen von einer »Landschaft der Werte«. Denn auch in Dänemark ist Landwirtschaft nicht nur Produktion, sondern eine mit ihr eng verbundene Lebensform. Sie ist eine »Geschichte« vergangener und zukünftiger Generationen. Sie hat mit professionellem Stolz zu tun, mit den Beziehungen zur Nachbarschaft, mit vielen Unsicherheiten von der Bürokratie bis zur Zukunft des Betriebes und nicht zuletzt mit dem Verständnis, was »gute« Landwirtschaft eigentlich ist. Hier geht es zuerst um Identität, nicht um Geld.

**Das Fazit der Arbeit:** Wer wie der dänische Staat in dieser komplexen Gemengelage Landwirte für eine »Umwertung der Werte« (und nichts anderes ist Moorwiedervernässung oder Biodiversität im Verhältnis zu intensiv bewirtschaftetem Grün- oder Ackerland) gewinnen will, muss auch eine akzeptable Begründung finden, ein »Framing«. Vermitteln können das allerdings nur Menschen, denen die Landwirte vertrauen, also am besten etablierte Berater, die die Sprache der Landwirtschaft sprechen.

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               ![Gründüngung Ende August](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/Heft/26-7/DLG0726_08_Gruenduengung_Ende_August_8-ID96626_agrarfoto.jpg)

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Landwirte sind dafür verantwortlich, ihre Produktionsgrundlage zu sichern. Die EU hat dafür sogar ein Ziel ausgegeben: 75 % der Böden sollen bis 2030 »gesund« sein. Das heißt ganz allgemein, dass sie ihre chemischen, biologischen und physikalischen Funktionen erfüllen können: Standort-typischer pH-Wert, mikrobiologische Aktivität oder ausreichendes Porenvolumen.

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Klimaschutz, Tierwohl, Biosicherheit – die Wunschliste an Schweinehalter ist lang – auch in Dänemark. Dort begegnet die Branche den Ansprüchen mit einer eigenen Zukunftsvision. Nicht verhandelbar ist dabei: Effizienz in der Produktion muss die Basis bleiben.

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Klare Zielvorgabe, so günstig wie möglich, kaum Bürokratie – in Dänemark soll ein dreijähriges Programm die Zahl der unkupierten Schweine erhöhen. Interessierte Betriebe können Gebote abgeben, zu welchem Preis sie einsteigen wollen.