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title: "Australien: Freihandel weniger schmerzhaft als befürchtet"
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description: Wer mit Australien ein Freihandelsabkommen anstrebt, weiß, dass er günstige Quoten für Rohstoffimporte bieten muss. Im Falle von Mineralien und Seltenen Erden ist das ja auch erwünscht, bei Agrarprodukten jedoch eher nicht. Es war also von Anfang an klar, dass die europäischen Bauern in den sauren Apfel beißen müssen – und zollfreien oder zollbegünstigten Zugang für Fleisch, Wein, Zucker und Milchprodukte schlucken.
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date: 2026-03-27
modified: 2026-05-26
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Thomas Künzel
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# Australien: Freihandel weniger schmerzhaft als befürchtet

- [ Agrarpolitik ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/agrarpoltik "Agrarpolitik")
- [ Markt ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/markt "Markt")

              ![Fleischrinder in Australien](https://www.dlg-mitteilungen.de/fileadmin/_processed_/1/1/csm_26-03-27_Phoebe-AdobeStock_879240233_aec10b3e03.jpeg)    Ersteller: Phoebe Quelle: stock.adobe.com

   27. März 2026    Australien: Freihandel weniger schmerzhaft als befürchtet
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 Wer mit Australien ein Freihandelsabkommen anstrebt, weiß, dass er günstige Quoten für Rohstoffimporte bieten muss. Im Falle von Mineralien und Seltenen Erden ist das ja auch erwünscht, bei Agrarprodukten jedoch eher nicht. Es war also von Anfang an klar, dass die europäischen Bauern in den sauren Apfel beißen müssen – und zollfreien oder zollbegünstigten Zugang für Fleisch, Wein, Zucker und Milchprodukte schlucken.

Am Ende ist der Apfel aber weniger sauer als befürchtet. Mit 30.600 t Rindfleischimporte, davon etwas mehr als die Hälfte zollfrei und der Rest zu 7,5 % Importzoll, liegt das Ergebnis viel näher an den EU-Vorstellungen als an den australischen Verhandlungszielen, die 40.000 t Rindfleisch angepeilt hatten. Zudem ist für diese Quote – wie für die anderen Zugeständnisse auch – ein Übergangszeitraum von zehn Jahren vereinbart. Weitere Zugeständnisse im Agrarbereich sind 35.000 t Rohzucker zur Raffination, 25.000 t Schaf- und Ziegenfleisch sowie 8.000 t Magermilchpulver und 5.000 t Butter – jeweils zollfrei. Diese zusätzlichen Mengen belasten den europäischen Markt, aber es hätte schlimmer kommen können.

Wie bei den Abkommen mit [Indien](https://www.dlg-mitteilungen.de/dossiers/indien-grosses-potential-viele-herausforderungen) und [Mercosur](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/mercosur-kernbereiche-sind-geschuetzt) zeigt sich aber auch: Handelsvorteile hat die Lebensmittelwirtschaft vor allem bei verarbeiteten Produkten und Markenwaren. Ob Käse, Schokolade, Süßwaren oder Wein, hier ergeben sich auch für die Europäer neue Absatzchancen. Mengenmäßig fallen sie geringer aus wie die Lieferungen aus Mercosur oder Australien, aber auch die sichern Wertschöpfung im Land. Und wenn wir etwas dringend brauchen, dann sind das gut bezahlte Arbeitsplätze in Deutschland und Europa, denn nur so werden auch unsere Produkte auf dem heimischen Markt gut abgesetzt.
Kurzum: Das Abkommen mit Australien ist vom Umfang her nicht so bedeutend wie das mit Indien oder den Mercosur-Ländern. Aber es ist auch kein Einfallstor für unüberschaubare Belastungen auf dem Binnenmarkt.

*Diese Meldung stammt aus unserem Newsletter “Spotlight” vom 26.03.2026. Hier können Sie sich zum kostenlosen Newsletter* [*anmelden*](https://www.dlg-mitteilungen.de/newsletter)*.*

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