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title: "Ackerbau. Ökolandbau und Humus: Das Ende einer Legende"
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description: "Ökolandbau schafft mehr Humus als konventioneller Ackerbau. Diese – von älteren Studien durchaus gestützte – Aussage ist weit verbreitet. Im Lichte aktueller Bewirtschaftungspraktiken muss man sie heute jedoch in Frage stellen: Ökoäcker haben keine höheren Humus­gehalte als konventionelle."
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date: 2025-12-19
modified: 2026-01-06
type: article
site: DLG Mitteilungen
locale: de_DE.utf8,de-DE
author:
  - Thomas Künzel
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# Ackerbau. Ökolandbau und Humus: Das Ende einer Legende

- [ Ackerbau ](https://www.dlg-mitteilungen.de/artikel/schlagwort/ackerbau "Ackerbau")
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   19. Dezember 2025    Ackerbau. Ökolandbau und Humus: Das Ende einer Legende
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 Ökolandbau schafft mehr Humus als konventioneller Ackerbau. Diese – von älteren Studien durchaus gestützte – Aussage ist weit verbreitet. Im Lichte aktueller Bewirtschaftungspraktiken muss man sie heute jedoch in Frage stellen: Ökoäcker haben keine höheren Humus­gehalte als konventionelle.

Ökolandbau schafft mehr Humus als konventioneller Ackerbau. Diese – von älteren Studien durchaus gestützte – Aussage ist weit verbreitet. Im Lichte aktueller Bewirtschaftungspraktiken muss man sie heute jedoch in Frage stellen: Ökoäcker haben keine höheren Humus­gehalte als konventionelle.

**Humusaufbau entsteht aus Ernterückständen, humusmehrenden Kulturen (z. B. Kleegras) und organischer  Düngung.** Bei den Ernterückständen ist der konventionelle Ackerbau im Vorteil: Der Ertragsvorsprung zu »Öko« betrug in den verwendeten Datensätzen im Schnitt 31 %. Er lässt sich zwar nicht 1 : 1 in organische Reststoffe umrechnen, da im Ökolandbau auch Unkraut-Biomasse und ein anderes Korn-Stroh-Verhältnis eine Rolle spielen mögen. Er reicht aber aus, die Vorteile des Ökolandbaues aus Kleegras und Leguminosen auszugleichen. Deren Anteile in den Fruchtfolgen betrugen 39 % im Ökolandbau und 11 % im konventionellen. Der Anteil der Zwischenfrüchte war in etwa gleich.

**Ein überraschender Befund zeigte sich bei der organischen Düngung:** Sie war in beiden Systemen in etwa gleich. Der Anteil der Betriebe mit Tierhaltung betrug in der Studie 29 % bei Öko und 32 % bei konventionell. Das ist kein Ausrutscher, sondern entspricht den Daten der Agrarstrukturerhebung. Hier spiegelt sich die Entwicklung hin zum viehlosen Ökobetrieb und damit die Tatsache, dass der reale Ökolandbau nicht mehr dem Bild entspricht, das seine Verbände verbreiten.

In vielen früheren Vergleichsversuchen erhielten die Ökovarianten dagegen eine deutlich höhere organische Düngung als die konventionellen. Organische Düngung stimuliert den Humusaufbau direkt durch die Zufuhr von Kohlenstoff und indirekt durch die Förderung des Pflanzenwachstums mit der Folge von mehr Rückständen.

Humuserhalt ist kein Selbstzweck, sondern eng an essentielle Bodenfunktionen gebunden. Ein Verlust von Bodenkohlenstoff wirkt sich auf die Bodengesundheit mit der Folge nachlassender Produktivität aus. Auch wenn die ökologischen Kosten des Humusaufbaues im konventionellen Betrieb als Folge der mineralischen Düngung höher sein können: Mehr Ökolandbau in Deutschland und Europa wird zum Humusaufbau nichts beitragen – so das ernüchternde Fazit der Studie.

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